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Marty Rathbun ist ein „Scientology-Aussteiger“ und „Anti-Scientologe“ aus den USA.

 
Marty Rathbun wurde aus dem Amt des Inspector General im Religious Technology Center bereits 1993 entlassen, nachdem er sowohl dieses Amt als auch seine Ehefrau ohne ein Wort des Abschieds verlassen hatte. Er tauchte vier Tage nach seinem Verschwinden in New Orleans auf. Zurück in der Kirche wurde ihm eine 2-jährige Auszeit gewährt. In dieser Zeit konnte er sich an Bord des Sea Org-Schiffes Freewinds in der Karibik vollzeit seiner Seelsorge und Ausbildung in Scientology widmen. Eine Prüfung seiner Amtsausübung förderte den wirklichen Grund für seinen Zusammenbruch zutage: er hatte wesentliche Informationen in einem Rechtsstreit zurückgehalten, was dazu führte, dass dieser ihm vollkommen entglitt und ausser Kontrolle geriet.
 
Nach seiner Auszeit bekleidete Marty Rathbun als Teil seiner Ausbildung verschiedene untergeordnete Positionen in der kirchlichen Einrichtung in Clearwater, Florida, dem spirituellen Zentrum der Kirche. Später erarbeitete er sich seinen Weg zurück in den Sektor Externe- und Rechtsangelegenheiten. Im Jahr 2002 wurde jedoch klar, dass er zu seinen vorherigen Verhaltensmustern zurückgekehrt war: Als sein Amtsmissbrauch offensichtlich wurde, entzog man ihm jegliche Position als Führungskraft. Kurz nach seiner Suspendierung gab Rathbun zu: „Wenn mir ein gewisser Spielraum gelassen wird, besitze ich erwiesenermassen eine Neigung, einige der grössten Katastrophen in der Geschichte der Kirche zu kreieren." Eine interne Untersuchung, die zu seiner endgültigen Entlassung führte, deckte eine Serie körperlicher Angriffe auf Kollegen und andere Ordensmitglieder auf, um diese einzuschüchtern.
 
Nach seiner Amtsenthebung versuchte Marty Rathbun wiederholt, seine frühere Führungsposition und Autorität wiederzuerlangen. Je mehr er darin versagte, umso aggressiver wurde er. Die Behauptungen über Vorfälle körperlicher Gewalt, die er Herrn David Miscavige unterstellt, sind bezeichnenderweise exakt jene Aktionen, denen er sich selbst schuldig gemacht hat. Aktionen, die er in einem Interview mit der St. Petersburg Times auch zugegeben hat, nachdem er mit dokumentierten Beweisen konfrontiert worden war, die die Kirche zur Verfügung gestellt hatte.
 
Im September 2003 verfasste Marty Rathbun ein öffentliches Statement, in welchem er detailliert darüber spricht, dass sein Verhalten „sorgfältig hinter einer Fassade, wichtig zu sein oder mit wichtigen Dingen betraut zu sein, verdeckt" wurde.
 
Er beschreibt seine Vorgehensweise weiterhin als ein Heraufbeschwören von externen Konflikten, um schliesslich Bedrohungen hervorzurufen, die er als einziger würde lösen können; das würde ihn unabkömmlich machen. Die Niederschrift dieses öffentlichen Statements wurde von Sue Wilhere, einer Führungskraft innerhalb der Kirche, bezeugt. Sie gab eine eidesstattliche Erklärung darüber ab, unter welchen Umständen Marty Rathbun mit diesem Statement zu ihr kam.
 
Im Dezember 2003 wurde Marty Rathbun endgültig aus den Reihen des Religious Technology Centers ausgeschlossen. Er wurde in seinem Ordensrang herabgestuft und von jeglicher Autorität entbunden. Dies war der Zeitpunkt, an dem er vollständig die Kontrolle über sich verlor und ein Verhalten an den Tag legte, welches nur noch als psychotisch bezeichnet werden kann. Gemäss diverser Zeugenaussagen, sprang Marty Rathbun z.B. Ende Januar 2004 auf den Mit-Scientologen Mike Rinder zu, warf ihn zu Boden, setzte sich breitbeinig auf seine Brust, ergriff seinen Hals und würgte ihn massiv, während er gleichzeitig seinen Kopf auf den Boden schlug. Marty Rathbun schrie Mike Rinder an, stellte ihm unverständliche Fragen, während er ihn so massiv würgte, dass Mike Rinder violett anlief. Es waren fünf erwachsene Männer nötig, um Marty Rathbun von Mike Rinder zu lösen (jeder von ihnen hat eine unterschriebene Erklärung über die Details dieses Vorfalls zu Protokoll gegeben). Mike Rinder verliess das Gebäude als Marty Rathbun ihn erneut entdeckte, ihn zu Boden warf und wiederholt auf ihn einschlug. Ein weiteres Ordensmitglied, das von dem vorherigen Vorfall keine Ahnung hatte, ging dazwischen, zog Marty Rathbun von Mike Rinder fort, legte seine Arme um Mike Rinder und schützte ihn. Marty Rathbuns Angriff war derart heftig, dass sein Uhrenarmband aus Titan in zwei Teile auseinanderbrach. Mike Rinder, der mittlerweile aus dem Ohr blutete und diverse Quetschungen am Kopf und Hals hatte, wurde medizinisch versorgt. Es war das letzte Mal, dass sich Marty Rathbun und Mike Rinder in der Ordensgemeinschaft der Sea Org sahen. Es gibt dazu auch eine Erklärung von Frau Russ Bellin, die beide der hier genannten Vorfälle bezeugen kann.
 
Marty Rathbun beschrieb der St. Petersburg Times, wie er angeblich das Hauptquartier derKirchenleitung im Februar 2004 verlassen habe. Tatsächlich war es so, dass er ohne ein Wort und ohne Vorwarnung gegangen war, dann gab er sein Motorrad, eine 550-cc-Yamaha, einem 9 jährigen Jungen, besorgte sich ein Auto, fuhr mit einer Flasche Tequila auf dem Beifahrersitz zur kalifornischen Küste und wachte am nächsten Morgen in einem Graben auf. Marty Rathbun rief seine Frau an und erklärte ihr, er wolle in die Kirche zurückkehren, redete unzusammenhängendes Zeug darüber, dass er sich als „Krieger" und wie ein „Söldner" fühle, wie sehr die Kirche „ihn brauche" und dass er „für den nächsten `Krieg` zurück sein" würde. Zudem erzählte Marty Rathbun ihr, dass er sich schuldig fühle aufgrund seiner wiederkehrenden „Pfuscharbeit und Desaster, die er verursacht habe" und aufgrund des Schadens, den er für die Kirche und die Scientologen kreiert habe. Nicht mit einem einzigen Wort erwähnte er die vermeintlichen heute von ihm behaupteten Missbräuche, die ihn angeblich veranlasst hätten, die Kirche zu verlassen.
 
Erneut wurden Anstrengungen unternommen, um Marty Rathbun während dieser Zeit zu helfen. Er bekam 85.000 Dollar für eine umfassende medizinische Versorgung, um seine verschiedenen körperlichen Probleme behandeln zu lassen. Er erhielt ausserdem Zugang zu den Fitnessräumen der Kirche und ein medizinisch überwachtes Aufbauprogramm. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin erhielt er ausserdem eine Aufgabe in der kirchlichen Tischlerei. Nach neun Monaten fragte ihn seine Frau, die das Programm begleitete, welche Zukunftspläne er habe. Als er diese kundtat und seine Frau etwas darauf erwiderte, was er offensichtlich als unbefriedigend empfand, drückte er ihr seine Faust ins Gesicht, bedrohte und ängstigte sie bis zu einem Punkt, dass sie aus der gemeinsamen Wohnung auszog. Kurz darauf, am 12. Dezember 2004, verliess Marty Rathbun die Ordensgemeinschaft aus freien Stücken und für immer.
 
Marty Rathbun behauptet absurderweise, dass er auch heute noch Scientologe sei. Trotz dieser Aussage, ein praktizierender Scientologe zu sein, der das Beste für seine Religion zu tun wünscht, sprechen seine tatsächlichen Aktivitäten eine ganz andere Sprache. Tatsächlich verletzen sie die Scientology-internen Ethik- Kodizes und werden innerhalb der Lehre als destruktive oder unterdrückerische Handlungen angesehen. Marty Rathbun ist nicht nur ein Ex-Ordensmitglied der Kirche, er ist auch ein Ex-Scientologe und tatsächlich ein Anti-Scientologe.
 
Hier einige Beispiele:
 
- Er ist das, was Scientologen einen Squirrel nennen, eine Person, welche die Lehre von L. Ron Hubbard und deren Ausübung L. Ron Hubbards abändert, ignoriert oder beides gleichzeitig tut. Er bietet seine vermeintlichen -„Dienste" unter falscher Flagge gegen Honorar an, indem er vorgibt, er praktiziere die Scientology Auditing-Seelsorge, obwohl er zu keiner Zeit je eine Ausbildung samt Praktikum darin abgeschlossen und eine entsprechende Berechtigung von der Kirche erhalten hat. Dies stellt nach dem Selbstverständnis der Scientology-Lehre eine destruktive und unterdrückerische Handlung dar, die einem Scientologen untersagt ist.
 
- Er engagiert sich in Kampagnen, um unwahre und verleumderische Berichte über das heutige Oberhaupt der Scientology-Kirche und deren oberste Führungsebene zu verbreiten. Auch dies ist eine destruktive und unterdrückerische Handlung und hat einen sofortigen Ausschluss aus der Religions-gemeinschaft zur Folge.
 
- Im April 2009 nahm Marty Rathbun bei dem versuchten „Deprogramming" – eine Art Glaubensaustreibung oder Gehirnwäsche verbunden mit Drohungen, angedrohter oder ausgeübter Gewalt, Freiheitsberaubung und ähnlichem gegen Bezahlung zur Brechung des freien Willens einer Person -, eines Scientologen teil. Er half dabei, einen Plan zu entwickeln, um ein hauptamtlich aktives Mitglied einer Scientology Kirche gewaltsam zu entführen und an einem unbekannten Ort einzusperren, mit dem erklärten Ziel, ihm seine Glaubensüberzeugung auszutreiben und gegen seine Gemeinschaft aufzubringen. Das Komplott misslang. Das Mitglied kehrte zur Kirche zurück und berichtete im Detail über die Vorkommnisse inklusive der Beteiligung Rathbuns an diesem Deprogramming Versuch.
 
Niemand würde die Beteiligung Marty Rathbuns an dem Deprogrammingversuch an einem Scientologen als den Akt eines Scientologen begreifen, geschweige denn solche kriminellen Handlungen überhaupt gutheissen, die der Scientology-Lehre diametral entgegengesetzt sind.
 
Marty Rathbun hat seine Differenzen mit den von Herrn Hubbard verfassten Kirchenrichtlinien deutlich zum Ausdruck gebracht. Dies sind keine Differenzen zwischen ihm und Herrn Miscavige, sondern zwischen ihm und dem Stifter der Scientology-Religion L. Ron Hubbard. Dies bringt Rathbun in eine Position der Uneinigkeit und Diskrepanz mit jedem Scientologen. Es ist vollkommen absurd, dass er sich weiterhin als Scientologe bezeichnet. Seine Aktionen stehen in krassem Widerspruch zu den tatsächlichen Praktiken der Scientology-Religion und werden von jedem praktizierenden Scientologen abgelehnt.
 

 Zum Vorwurf der „Kritikerbekämpfung“

 

Kritiker

Eine Bekämpfung von „Kritikern“ gibt es in Scientology nicht. Allenfalls verteidigt sich die Kirche offensiv gegen Verleumder mit den rechtlich erlaubten Mitteln.
 
Gewisse Personen versuchen die Scientology Kirche unter Hinweis auf Verlautbarungen des Gründers der Scientology Religion L. Ron Hubbard in öffentlichen Misskredit zu bringen, indem sie ihr die „Bekämpfung von Kritikern“ und „Aussteigern“ unterstellen, bei dem angeblich jedes Mittel recht sei. Jeder derartige „Kritiker“ würde obendrein pauschal als „Verbrecher“ angesehen. Solche Unterstellungen entbehren jeder Grundlage, wie im folgenden aufgezeigt wird.
 
 
Ich bin eine Scientologin. Viele Menschen sind dies auch, einige arbeiten als Filmregisseur, andere fahren Busse. Mitglieder der Scientology kann man in allen Arten von Berufen finden. In all meinen Jahren in Scientology, in Kalifornien, hörte ich nie von "Hollywood-Regisseur“ Paul Haggis, bis er – über die Medien - zu einem Ex-Scientologen wurde, im Jahr 2009. Ich sprach mit Menschen, die tatsächlich von ihm gehört hatten und die auch ihn trafen. Ich hörte eine Menge persönliche Meinung, aber ich möchte nicht über diese hier sprechen. Noch wichtiger sind einige Tatsachen, die aufweisen, dass der Kerl seit mehr als 20 Jahren kein Scientologe war. Er sagte das selbst in einem Interview im Jahr 2011, dass er seit etwa 1987 oder 1988 nicht weiter Scientology Auditing machte. Also, was ist seine grosse Sache jetzt, im Jahr 2011? Vielleicht kann seine langjährige Geschäftspartnerin und Schwester dies etwas ins Licht rücken. In ihrem Blog hatte Sie kürzlich (Februar 2011) einen Brief veröffentlicht, den sie an The New Yorker geschickt hatte. Es öffnet ziemlich die Augen, weshalb ich ihn untenstehend vollständig publiziere.
- Louanne 
So, hier ist das Schreiben: 
 
 

Bryan Ronald Wilson ist ein sehr bekannter Soziologie Professor, welcher an verschiedensten Universitäten tätig war. Er verfügt über einen äusserst bemerkenswerten Werdegang und hat verschiedenste Studien und Werke veröffentlicht. Lesen sie mehr über Bryan Wilson am Ende dieser Seite. 

ABTRÜNNIGE

(Ex-Mitglieder)

Bryan Ronald Wilson 

 

 

Auf Kosten der Glaubwürdigkeit!

Benutzung von „ehemaligen Mitgliedern“ oder „Aussteigern“

in der Berichterstattung

Mit Hilfe von Gerüchten und Vermutungen, bestätigt durch vermeintliche „Augenzeugen“ oder „ehemalige Mitglieder“, wurden aufstrebende Individuen und Bewegungen seit Jahrtausenden bekämpft und oftmals vernichtet. Etablierte Gruppen verteidigen ihre Positionen und Privilegien gern mit dem Instrument des kunstvoll verschleierten Rufmords.

Angebliche „Augenzeugen“ sind für diese Taktik unerlässlich. Auf diese Weise entstand in den 1970er Jahren ein Markt für „Ex-Mitglieder“ oder „Aussteiger“ aus neu-religiösen Gruppen, der von den Weltanschauungsbeauftragten der Amtskirchen geschaffen, herangezüchtet und gepflegt wurde. Je unbekannter die Gruppe, um so obskurer die Vorwürfe und Behauptungen. Das professionelle „Ex-Mitglied“ einer religiösen Minderheit hat in Deutschland auch heute noch ein aufregendes Leben vor sich. Gepflegt und aufgebaut von religiös-weltanschaulichen Gegnern, begehrt von Journalisten, Fernsehstationen und aufstrebenden Politikern ohne Thema, werden sie belohnt, geliebt, beschützt und nicht selten gut bezahlt. Wer schnell und gefahrlos Karriere machen möchte, der wird heutzutage „Ex-Mitglied“ oder Sekten-Gegner.

Auszug aus einem Beitrag im Deutschlandradio Kultur vom 27. Juli 2009. Frage der Journalistin Ulrike Timm: „... man muss kein Freund von Scientology sein, um zu vermuten, dass da persönliche Rechnungen offen waren und heftigst nachgetreten wird. Sind beide [ehemalige Scientologen] vollkommen glaubwürdig?“

Die erwartungsgemäße Antwort von Ursula Caberta, Leiterin der Hamburger AGS und Scientology-Gegnerin seit den frühen 1990er Jahren: „Natürlich sind sie glaubwürdig, alle Aussteiger aus Scientology sind glaubwürdig, ... Die sind glaubwürdig, die sind absolut glaubwürdig, wie alle Aussteiger mit ihrer Geschichte, die sie in Scientology erlebt haben, immer glaubwürdig waren.“

Hier einige ausgewählte Beispiele, die Ursula Caberta persönlich kennengelernt hat.

 
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